Risiken des Betriebs des Kernkraftwerks Gundremmingen unter besonderer Berücksichtigung der beantragten Leistungserhöhung

Das aus zwei baugleichen Blöcken bestehende Kernkraftwerk Gundremmingen ist die einzige noch betriebene Siedewasserreaktoranlage in Deutschland. Sie entspricht der sogenannten Baulinie 72. Sie gehört zu 75% der RWE Power GmbH und zu 25 % der E.on Kernkraft GmbH. Block B verfügt über eine Nettoleistung in Höhe von 1.284 MW, Block C über eine Nettoleistung in Höhe von 1.288 MW. Beide Blöcke sind zum ersten Male im Jahr 1984 ans Netz gegangen. Der kommerzielle Leistungsbetrieb begann am 19.07.1984 für Block B und am 18.01.1985 für Block C. Nach dem Atomgesetz wird Block B am 31.12.2017 abgeschaltet, Block C am 31.12.2021. Für die Anlage ist eine thermische Leistungserhöhung beantragt. Der Genehmigungsentwurf wird zurzeit noch beim Bundesumweltministerium geprüft.

Die Studie verfolgt den Zweck, einen Überblick über wesentliche Risiken des Betriebs des Kernkraftwerks Gundremmingen zu geben und auf offene Sicherheitsfragen hinzuweisen. Sicherheitsfragen dürfen bei einem Betrieb eines Kernkraftwerks auf Grund des hohen Gefährdungspotentials nicht offen bleiben. Einige Sicherheitsfragen sind offen, weil die zu ihrer Beurteilung erforderlichen Unterlagen entweder nicht vorliegen oder bislang nicht öffentlich zur Verfügung gestellt worden sind.

Auf der Basis der identifizierten Sicherheitsfragen und der rechtlichen und technischen Maßgaben zu Prüfungsumfang und Prüfungstiefe wird untersucht, ob die beantragte Leistungserhöhung genehmigungsfähig ist.

Die Studie soll auch eine Grundlage schaffen, um von den verantwortlichen Betreibern und Aufsichtsbehörden Stellungnahmen zu verlangen, die durch nachvollziehbare Daten gestützt sind und eine unabhängige Beurteilung der bestehenden Risiken erlauben.

Ansprechperson:

Gufler Klaus

Universität für Bodenkultur Wien