Forschungsschwerpunkt: Risiko- und Technikfolgenforschung im Bereich Bio- und Nanotechnologie

Verantwortlich: Dr. Bernd Giese BOKU Forschungsservice (externer Link)

 

Unter Anwendung des Konzepts Prospektiver Technikfolgenabschätzung werden Technologien und Forschungsansätze aus den Bereichen Gentechnik, Synthetische Biologie und Nanotechnologie untersucht.

Bei diesen Arbeiten werden unter anderem die für eine Einschätzung der Expositions- und Gefährdungspotentiale relevanten Funktionalitäten ermittelt. Dazu ist es notwendig, Indizien zu entwickeln, die eine frühzeitige Bewertung der im Anwendungskontext relevanten Eigenschaften der untersuchten Technologien ermöglichen. Auf dieser Grundlage werden Empfehlungen zur risikomindernden Gestaltung und Regulierung formuliert. Bei dem Versuch einer frühzeitigen Charakterisierung der Technologien ist neben Risikoanalysen auch eine Einschätzung der verfolgten Zielsetzungen und Visionen, der Anwendungspotentiale, realer Möglichkeiten und möglicherweise unrealistischer Versprechungen notwendig. Ziel ist es zudem, für die untersuchten Technologien alternative Entwicklungswege und Gestaltungspotentiale zur Risikominimierung zu ermitteln.

Genome Editing und Gene-Drives

Aufgrund der aktuell diskutierten Anwendungsspektren von fortgeschrittenen gentechnischen Methoden des Genome Editing ist die Untersuchung von Gene-Drive-Systemen vorrangig. Gentechnisch erzeugte Gene-Drives können genetische Merkmale schneller in Populationen verbreiten, als es die Mendelschen Vererbungsregeln zulassen würden und werden deshalb auch als potenzieller Auslöser für sogenannte ‚mutagene Kettenreaktionen‘ angesehen. Die Risiken und Technikfolgen dieser potenziell sehr wirkmächtigen Technologie müssen vor jeglicher Anwendung untersucht werden.

Nanotechnologie

Die Analysen zur Nanotechnologie und zu verwandten Bereichen basieren vor allem auf Lebenszyklusmodellierungen, die Aufschluss über die Emission von Nanopartikeln geben und eine Abschätzung ihrer erwartbaren Umweltkonzentrationen und den damit für Organismen verbundenen Risiken ermöglichen.

Bei allen Ansätzen im Bereich der Bio- und Nanotechnologien besteht der Anspruch, Kriterien für eine nachhaltige Technikgestaltung zu erarbeiten, die mit dem Vorsorgeprinzip im Einklang stehen.

 

Universität für Bodenkultur Wien