Das war:

Kernkraftwerke in Kriegsgebieten – Risikobetrachtungen
in Gedenken an Iouli Andreev

Onlineveranstaltung am 28. April 2022

 

Programm:

Zur Sicherheit von Kernkraftwerken in Kriegsgebieten
Ansehen auf YouTube
Vortragsfolien
Nikolaus Müllner
(BOKU) nimmt die Situation in der Ukraine zum Anlass, um über das Risiko, dass von Kernkraftwerken in Kriegsgebieten ausgeht, nachzudenken. Ausgehend vom Sicherheitskonzept der Anlagen gegen Extremwetterereignisse oder Erdbeben wird erörtert, welcher Schutz auch gegen Kampfhandlungen besteht, wo Verbesserungen nötig sind, und ob nukleare Sicherheit im Krieg überhaupt möglich sein kann.

Szenarien zu Kriegshandlungen an einem Kernkraftwerksstandort
Ansehen auf YouTube
Vortragsfolien
Bernhard Traxl (ABC-Abwehrzentrum des österr. Bundesheeres) analysiert aus militärischer Sicht, welchen Bedrohungen aktuell die Nuklearanlagen der Ukraine ausgesetzt sind, welche Kampfhandlungen an den Anlagen stattfinden könnten und welche Beschädigungen an den verschiedenen Anlagenteilen in Betracht gezogen werden müssen.

Frühwarnsystem Österreichs bei radiologischen Ereignissen
Ansehen auf YouTube
Vortragsfolien
Peter Hofer (Abteilung Strahlenschutz, Bundesministerium für Klimaschutz) stellt das österreichische radiologische Frühwarnsystem vor, das in Folge der Reaktorkatastrophe Tschernobyl Block 4 implementiert wurde. Neben einer Vielzahl von Messstellen besteht das System aus Prognose- und Diagnosewerkzeugen, sowie einer Vernetzung mit Strahlenschutzbehörden anderer Länder, so dass ein radiologischer Notfall frühzeitig erkannt werden kann und Gegenmaßnahmen getroffen werden können.

Relevanz der Kernwaffenthematik anlässlich des russischen Überfalls
Ansehen auf YouTube
Vortragsfolien
Wolfgang Liebert (BOKU) spricht über die Relevanz von Kernwaffen, die durch den aktuellen Krieg gegen die Ukraine wieder ins Blickfeld gerückt worden sind. Wie sieht das russische Nukleararsenal, mit gedroht wird, aus? Welche Arsenale weiterer Staaten – insbesondere in der NATO – stehen dem gegenüber? Was würde ein Atomwaffeneinsatz bedeuten? Besteht noch eine Chance auf nukleare Abrüstung?

Videobeitrag über die Arbeit des „Tschernobyl-Liquidators“ Iouli Andreev
mit Auszügen aus Interviews mit Iouli Andreev zum Aufräumen einer nuklearen Katastrophe. Peter Weish, Wolfgang Kromp und Helga Kromp-Kolb lassen in einem Videobeitrag Iouli Andreev zu Wort kommen, der mit der unlösbaren Aufgabe betraut war, die Folgen der Reaktorkatastrophe Tschernobyl Block 4 zu beseitigen. Durch Interviews aus dem Jahr 2015 bekommt der Zuseher einen Eindruck der Situation nach dem Unfall vom 26. April 1986. Die Veranstaltung steht in Gedenken an Iouli Andreev, der am 23. März 2022 verstorben ist.

 

Moderation: Andreas Molin. Molin ist ausgebildeter Physiker, war bis Herbst 2021 Leiter der Nuklearkoordination der österreichischen Bundesregierung. Die Nuklearkoordination wurde 1991eingerichtet und bereits von Molin aufgebaut. Somit hat er die Umsetzung der österreichischen Nuklearpolitik über 30 Jahre maßgeblich und aktiv mitgestaltet.

 

 

 

Universität für Bodenkultur Wien